Montag, 24. Juli 2017

Tanya Huff: Fifth Quarter (A Quarters Novel 2)

"Fifth Quarter" von Tanya Huff gehört zwar zu den "Quarters Novels", ist aber keine direkte Fortsetzung von "Sing the Four Quarters". Diese Geschichte spielt viele Jahre nach dem ersten Band und wird vor allem aus der Sicht von Vree erzählt, die gemeinsam mit ihrem Bruder Bannon zu den Assassinen der Armee des Havakeen-Imperiums gehören. Genau genommen sind Vree und Bannon die besten Assassinen in der Sechsten Armee und so ist es selbstverständlich, dass sie den Auftrag bekommen, einen rebellischen Gouverneur zu töten, obwohl er sich in einer gut gesicherten Festung verschanzt hat. Was nach einem Routineauftrag für die Geschwister ausschaut, entpuppt sich schnell als eine ungewöhnliche Falle, die dazu führt, dass Bannons Körper von einer anderen Persönlichkeit übernommen wird. Um zu verhindern, dass ihr Bruder stirbt, zieht Vree seine Seele in ihren eigenen Körper.

Doch zwei Assassinen - egal, wie nah sie sich stehen - sind zu viel für einen Körper, und die einzige Möglichkeit, alles wieder in Ordnung zu bringen, besteht darin, Bannons Körper zurückzuerobern. Aber wie soll Vree den Körper ihres Bruders wieder für ihn zurückbekommen, wenn all ihre üblichen Methoden doch nur dafür sorgen würden, dass Bannons Körper zu Schaden kommt. Die einzige Alternative scheint darin zu bestehen, dass Vree mit dem Körperdieb Gyhard zusammenarbeitet, bis dieser ein anderes Gefäß für seine Seele gefunden hat. So wird Vree gezwungen, alles zurückzulassen, was ihr bislang wichtig war, und ihre Eide gegenüber der Armee zu brechen, um ihren Bruder zu retten. Während die beiden Geschwister darum kämpfen, ihre körperliche (und seelische) Unversehrtheit zurückzubekommen, erheben sich an einem anderen Ort des Imperiums Tote aus ihren Gräbern, um dem Willen eines wahnsinnigen Nekromanten zu dienen.

Ich mag es sehr, wie Tanya Huff die Charaktere in diesem Roman angelegt hat. Sie alle haben ihre Stärken und Schwächen und es wird im Laufe der Geschichte nicht mehr so einfach zu sagen, wer von ihnen "gut" und wer "böse" ist. Doch besonders spannend war es, die Entwicklung von Vree und Bannon zu verfolgen. Die beiden Geschwister standen einander immer sehr nah und während Bannon häufig wie ein verwöhnter Egozentriker wirkt, ist Vree so sehr daran gewöhnt, als große Schwester auf ihn aufzupassen, dass sie trotz all seiner Schwächen immer für ihn da ist. Doch die Nähe, die die beiden zwangsweise ertragen müssen, während sie sich Vrees Körper teilen, führt in mehr als einer Hinsicht zu starken Spannungen. Dazu kommt, dass Vree Gyhard im Laufe der Zeit immer besser versteht und sich sogar zu ihm hingezogen fühlen könnte, wenn dieser nicht im Körper ihres Bruders stecken würde.

Obwohl es viele äußere Einflüsse gibt (sie werden von der Armee gesucht, sie müssen gegen wandelnde Toten ankämpfen, sich auf die Suche nach einer entführten Person machen und mit einer unerwarteten Reisebegleitung arrangieren), dreht sich die Handlung vor allem um Vrees innere Konflikte und die Auswirkungen, die diese auf Bannon und Gyhard haben. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird einem eigentlich, dass es aus dieser Situation keinen einfachen Ausweg gibt. Und je mehr man sich wünscht, dass es doch irgendwie ein Happy End für alle Beteiligen geben möge, desto mehr fragt man sich als Leser wie das überhaupt möglich sein soll - und kommt immer wieder zu dem Schluss, dass all diese Figuren zu viel durchmachen mussten, um am Ende ihr Leben normal wieder aufnehmen zu können. Ich fand es großartig, wie Tanya Huff die vielen Probleme löst, aber ich frage mich auch, wie es für die verschiedenen Charaktere nach diesen Erlebnissen weitergehen kann. Deshalb würde ich - obwohl "Fifth Quarter" eigentlich in sich abgeschlossen ist - am liebsten sofort zum nächsten Band greifen, um genau das herauszufinden. Wenn eine Autorin mich dazu bringt, mir so viele Gedanken und Sorgen um fiktive Figuren zu machen, dann hat sie definitiv alles richtig gemacht.

Samstag, 22. Juli 2017

Vorhänge

Da der dreilagige Verdunklungsstoff nicht gut mit der Hand zu nähen ist, benötige ich 

1 Stunde für eine kurze Naht,
2 1/2 Stunden für eine lange Naht,
3 Stunden, um das Raffband ordentlich anzunähen.

Das ergibt insgesamt 120 Arbeitsstunden, um die gesamte Wohnung mit Vorhängen auszustatten.
Wenn ich die Zeit nicht einrechne, die ich zum Abstecken der Nähte benötige ...

Immerhin werde ich bis zum Ende dieses Monats wohl endlich die Vorhänge im Wohnzimmer und in der Küche hängen haben, was unser Leben hoffentlich deutlich verbessert, weil das die beiden Räume sind, die zur Zeit die meiste Sonneneinstrahlung im Laufe des Tages abbekommen.


Freitag, 21. Juli 2017

John Scalzi: The Dispatcher (Hörbuch)

"The Dispatcher" von John Scalzi ist eine Geschichte, die von dem Autor direkt als Hörbuch konzipiert wurde und die im ersten Veröffentlichungsmonat kostenlos bei Audible heruntergeladen werden konnte. Besorgt hatte ich mir das Hörbuch zum Veröffentlichungstermin im Oktober letzten Jahres, aber da ich in den vergangenen Monaten nicht in der Stimmung für Hörbücher war, hat es bis zum vergangenen Freitag gedauert bis ich die kurze Geschichte endlich angefangen habe. Mit 2 Stunden und 18 Minuten ist "The Dispatcher" perfekt für einen Nachmittag, an dem man in der Stimmung für eine Handlung ist, die mich stark an eine "hardboiled detective novel" erinnerte, obwohl sie eigentlich - vom Erzählton abgesehen - keine Merkmale dieses Genres aufweist.

Die Geschichte spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Menschen nur noch sterben, wenn sie durch einen natürlich Tod oder Selbstmord getötet werden. Jeder Person, die Opfer eines Mordes wird, wacht kurze Zeit später unbekleidet in ihrer Wohnung auf. Nachdem die Menschen sich sicher waren, dass diese unerwarteten Überlebenden keine Einzelfälle waren, wurden sogenannte "Dispatcher" ausgebildet, um unter anderem in Krankenhäusern Dienst als professioneller Mörder zu tun. Denn stirbt eine Person während einer OP, so bleibt sie tot, wird sie aber kurz vor ihrem absehbaren Ableben ermordet, dann bekommt sie eine weitere Chance auf eine erfolgreiche medizinische Behandlung. Wirklich beliebt sind die Dispatcher nicht und neben den vorhersehbaren Vorurteilen gibt es weitere Schattenseiten seines Berufs, wie der Protagonist Tony Valdez schnell herausfindet, nachdem ein Kollege von ihm spurlos verschwindet.

Ich fand die Welt, die John Scalzi für diese Geschichte geschaffen hat, sehr spannend, und ebenso faszinierend waren all die Konsequenzen, die sich aus einer Welt ergeben, in der Mordopfer nicht mehr sterben. Und obwohl die Menschen schon seit über acht Jahren mit der wundersamen Tatsache leben, dass Mordopfer nicht sterben, gibt es sehr viele Fragen rund um dieses Phänomen, die noch lange nicht geklärt sind. Dabei bemerkt man vor allem in den Dialogen zwischen Tony und seiner Begleiterin, welche theologischen, ethischen und philosophischen Aspekte die Menschen dank dieser Ereignisse beschäftigen. Doch noch mehr als diese fantastische Grundidee mochte ich den Ton in "The Dispatcher". Tony gerät gegen seinen Willen in die Ermittlungen rund um das Verschwinden seines Kollegen, und je mehr die Handlung voranschreitet, desto mehr erinnerte mich seine stoische Art, mit den Ereignissen umzugehen, an einen Erzählton, den ich so sonst vor allem aus amerikanischen Detektivgeschichten der 1930er und -40er Jahren kenne und den ich sehr mag.

Gelesen wird das Hörbuch von Zachary Quinto, dessen leicht raue Stimme wunderbar zu der Geschichte passt. Ich muss gestehen, dass ich den Schauspieler bislang in keinem einzigen Film gesehen habe, aber ich bin sehr beeindruckt von seiner Leistung als Hörbuchsprecher. Er verleiht den verschiedenen Figuren Charakter und verändert seine Stimme von Person zu Person ganz leicht, so dass man jede Figur sofort wiedererkennt, ohne dabei das Gefühl zu haben, er würde dabei übertreiben oder gar (bei den weiblichen Charakteren) lächerlich klingen. Allerdings musste ich mich anfangs ein wenig an seine Aussprache gewöhnen, aber das geht mir bei englischen Hörbüchern eigentlich immer so, so dass ich das nicht dem Sprecher ankreiden möchte. Ich muss gestehen, dass mir Zachary Quintos Leistung bei diesem Hörbuch so gut gefallen hat, dass er mein "amerikanischer David Nathan" werden könnte, wenn ich mehr Hörbücher von ihm in die Finger bekommen könnte. Leider gibt es bei Audible nur einen weiteren Titel, der von ihm eingelesen wurde - und der interessiert mich so gar nicht.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion (Darkbeast 2)

"Darkbeast Rebellion" von Morgan Keyes ist die Fortsetzung des Romans "Darkbeast", den ich im Dezember  gelesen habe. Der erste Band hat mich beim Lesen nicht vollkommen von den Füßen gerissen, aber ich wollte trotzdem unbedingt wissen, wie es mit Keara und den anderen Charakteren weitergeht. Da dies schon der zweite Band der Reihe ist und die Grundvoraussetzung sehr viel über das Ende des ersten Romans verrät, warne ich lieber vor, dass meine Rezension ab hier Spoiler zum ersten Teil enthält.

Nachdem Keara, Goran und Taggart den Inquisitoren entkommen sind, machen sie sich auf die Suche nach den "Darkers" - einer Untergrundgruppe von Leuten, die sich ebenfalls weigerten, ihre Darkbeasts zu töten, und die nun anderen zur Flucht verhelfen. Doch als das Mädchen und seine Freunde nach einer langen und mühsamen Reise eine Gruppe finden, bei der sie Unterschlupf bekommen, fühlt sich Keara nicht wohl mit diesen Menschen. Es fällt ihr schwer, Freunde zu finden, während Goran schon nach kurzer Zeit überall beliebt zu sein scheint, und ihr Darkbeast Caw behauptet, dass sich die Bindung zwischen diesen Darkers und ihren Darkbeasts seltsam anfühlt.

Ich muss gestehen, dass mein Hauptproblem mit den Darkbeast-Geschichten die Protagonistin ist. Keara ist ein realistisch gezeichneter Teenager, was ich der Autorin wirklich zugute halte, und sie entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter, was schön zu verfolgen ist. Aber trotz aller Fortschritte verfügt sie über eine sperrige Persönlichkeit, sie ist misstrauisch, eifersüchtig, ungeduldig und ihr fehlt in der Regel das Gespür für die Bedürfnisse ihrer Freunde, was für mich schwer zu lesen ist. Obwohl sie sich zum Beispiel Sorgen um Taggarts Gesundheit macht, da der alte Mann die beschwerliche Reise durch Schnee nicht gut verkraftet hat, bekommt man erst spät und in einem Nebensatz mitgeteilt, dass sie sich um Heilkräuter für ihn bemühte, und zu dem Zeitpunkt hat man schon das Gefühl. sie würde sich so sehr um sich selbst drehen, dass ihr egal ist, ob er gut behandelt wird oder nicht. Zum Glück gibt es noch ihr Darkbeast Caw, das ihr immer wieder den Kopf zurechtrückt und versucht, sie zu erziehen, und dessen Gespräche mit Keara einen davon überzeugen, dass sie nicht ausschließlich an sich selbst denkt.

Außerdem fand ich in "Darkbeast Rebellion" die Welt besser beschrieben als in "Darkbeast". Hatte ich im ersten Band noch bezweifelt, dass die erwähnten wirtschaftlichen und politischen Aspekte so funktionieren könnten, hatte ich hier nicht das Gefühl, dass irgendwas unausgewogen wäre. Vielleicht lag das nur daran, dass Morgan Keyes dem Leser weniger die Welt vorstellt, sondern un eher einen Blick hinter die Tempel- und Palastmauern gewährt, aber mir kam dieser Teil des Romans dieses Mal deutlich stimmiger vor. Auch mochte ich einen neu eingeführten Charakter sehr gern, der - trotz seiner Stellung in der Welt - eine "gewöhnlichere" Perspektive beiträgt. Durch ihn begreift man, wie das Leben für diejenigen ist, die ohne zu hinterfragen ihrer Pflicht tun und deshalb nicht einmal auf den Gedanken kommen, dass ein Darkbeast mehr sein könnte als ein lebendes Objekt, dem man all seine negativen Eigenschaften aufbürdet, um sie dann zu einem festgelegten Zeitpunkt zu entsorgen.

Durch diesen neuen Blick auf die Welt, die verschiedenen stimmig wirkenden Figuren und all die Wendungen, die die Handlung im Laufe des Romans nimmt, wurde "Darkbeast Rebellion" zu einer überraschend spannenden Lektüre. Keara und ihre Freunde müssen - obwohl es anfangs wirkt, als hätten sie einen sicheren Hafen erreicht - diverse Herausforderungen und Gefahren bestehen, während sich sich immer wieder fragen müssen, wie weit sie einander und ihren neuen Bekannten vertrauen können und wo wessen Loyalität liegt. Besonders fesselnd fand ich die letzten Kapitel, in denen es darum geht, dass Keara nicht nur zu einer wichtigen Entscheidung kommen, sondern auch einen Weg finden muss, um ihr Leben mit ihrem Darkbeast, ihre Freundschaft zu ihren Reisegefährten und ihr Verständnis für einen Außenseiter so auf die Reihe zu bekommen, dass sie weder sich noch die anderen gefährdet.

Montag, 17. Juli 2017

Katja Brandis: Carags Verwandlung (Woodwalkers 1)

Ich weiß gar nicht, wo ich über diese Reihe gestolpert bin, aber da die Grundidee nett klang und die Bibliothek den ersten Band in der Onleihe hatte, habe ich mir den mal ausgeliehen. "Carags Verwandlung" ist der erste Band der Woodwalkers-Serie von Katja Brandis (Sylvia Englert). Die Geschichte dreht sich im ersten Band um den jungen Carag, der ein (Gestalt-)Wandler ist. Seine Kindheit hat er gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester als Puma tief in den Wäldern verbracht, so dass ihm das Leben als Raubtier deutlich vertrauter ist als das Leben in seiner zweiten Gestalt als Mensch. Doch die Welt der Menschen reizt den Jungen so sehr, dass er sich mit elf Jahren von seiner Familie verabschiedet und versucht, sich ein Leben als Mensch aufzubauen.

Doch ganz so einfach ist es für ihn nicht, unter "normalen" Menschen zu leben, und so ist er froh, als er herausfindet, dass es noch mehr Gestaltwandler (die sich selbst als Woodwalker bezeichnen) gibt. Carag bekommt sogar die Chance, mit vielen anderen Gestaltwandlern in einem Internat zu leben, wo er lernt, seine tierische und seine menschliche Seite im Gleichgewicht zu halten. Doch ganz so harmonisch ist das Leben unter seinesgleichen für Carag nicht, gibt es doch unter den Woodwalkern genauso Zu- und Abneigungen, Rassismus und Intoleranz wie unter den Menschen, und auch die Regeln der Schule selbst müssen eingehalten werden.

Insgesamt fand ich "Carags Verwandlung" wirklich nett zu lesen - nett genug, um mir auch die beiden schon erschienen Fortsetzungen bei der Bibliothek vorzumerken -, aber es hat sich beim Lesen auch bemerkbar gemacht, dass die Geschichte für Kinder ab zehn Jahren konzipiert wurde, so dass für meinen Geschmack einige Wendungen in der Handlung zu simpel aufgelöst wurden. Es war nett, die Menschenwelt aus Carags Sicht wahrzunehmen und mit ihm zusammen all die verschiedenen Gestaltwandler kennenzulernen. Einige Elemente, die Katja Brandis in die Geschichte eingebaut hat, finde ich wunderbar stimmig, wenn es um Carags natürliche Reaktion auf bestimmte Dinge geht, oder um Vorlieben und Abneigungen seiner Mitschüler, wenn es um ihren Alltag, ihr Essen oder auch nur darum geht, mit wem sie sich anfreunden.

Auf der anderen Seite gibt es auch unheimlich viele Elemente, bei denen ich irritiert war und das Gefühl hatte, dass ein Puma da doch anders empfinden müsste. So gibt es eine Szene, in der Carag den Geruch einer Mitschülerin unerträglich findet, da sie in ihrer nichtmenschlichen Gestalt eine Ziege ist. So richtig es ist, dass ein Puma Düfte deutlich intensiver als ein Mensch wahrnimmt, so würde ich doch eher vermuten, dass er als fleischfressendes Raubtier den Geruch eines potenziellen Beutetiers eher als appetitlich denn als unangenehm empfinden würde. Das ist jetzt kein großes Problem innerhalb einer ansonsten netten und unterhaltsamen Handlung, aber es hat mich beim Lesen gestört, weil ich das Gefühl hatte, dass immer wieder ein gut geschriebener Moment, in dem Carag als Puma in Menschengestalt überzeugte, durch eine kurz darauf folgende unstimmige Szenen wieder zunichte gemacht wurde. Von diesem kleinen Kritikpunkt abgesehen fand ich es wirklich schön, was sich die Autorin für all die verschiedenen Gestaltwandler so für Eigenschaften ausgedacht hat, und bin neugierig darauf, wie sich die Geschichte im Laufe der Zeit noch entwickelt.

Sonntag, 16. Juli 2017

Lese-Sonntag im Juli

Es ist der 3. Sonntag im Juli und somit mal wieder Zeit für einen Lesetag. Genau genommen fühlt es sich für mich noch wie Samstag an, aber es ist nach Mitternacht und ich bleibe vermutlich noch eine Weile wach, um auf meinen Mann zu warten, der heute wieder einen Brettspieltag mit Kollegen hatte. Und da ich jetzt eh zum Buch greife, kann ich auch schon den Beitrag zum Lesetag anfangen. ;) Es wird hier also im Laufe des Sonntags weitere Updates geben und wenn sich mir noch weitere Leute anschließen, verlinke ich sie am Ende dieses Posts.

Am Mittwoch hatte ich Fotos mit den Bücher gezeigt, die ich zu dem Zeitpunkt angefangen hatte. Inzwischen habe ich "Murder, Honey" von Vinnie Hansen ausgelesen (bzw. die zweite Hälfte quergelesen) und "Woodwalkers 1 - Carags Verwandlung" beendet (Rezi gibt es am Montag). Oh, und ich habe endlich wieder Hörbücher gehört - das erste Mal seit November letzten Jahres! Außerdem versuche ich jeden Tag eine Kurzgeschichte aus "Chicks Kick Butt" zu lesen. Aktuell hänge ich bei "Monsters" von Lilith Saintcrow. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin die Geschichte in einer Welt spielen lässt, die ihren Lesern schon bekannt ist. Da ich aber diese Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten nicht kenne, kann ich auf den ersten Seiten nur raten, dass die Protagonistin und die Leute, mit denen sie sich trifft, Vampire sind - und auf dieses "in der Luft hängen" zu Beginn einer Kurzgeschichte hatte ich am Samstagmorgen beim Frühstück keine Lust. Bevor ich also heute beim Frühstück vor dem selben Problem stehe, gebe ich der "Monsters" jetzt noch einmal eine Chance.


Update 1:40 Uhr

Am Ende war "Monsters" ganz nett, aber ich glaube immer noch, dass mir Hintergründe fehlen, die dafür gesorgt hätte, dass ich mehr von der Geschichte gehabt hätte. Was ich wirklich schade finde und mich an die vorhergehende Geschichte ("Hunt" von Rachel Vincent) denken lässt, die mich wirklich mitgenommen hat, obwohl ich die Figuren ebenso wenig kannte wie Eleni und Wolf aus "Monsters".

Und da gerade mein Mann zur Tür hereinkommt, wird es so langsam Zeit ins Bett zu gehen. Mal schauen, wann (und mit welchem Buch) ich nach meinem Nachtschlaf in den Tag starte.


Update 8:30 Uhr

So, da bin ich wieder. Zum Wachwerden starte ich mit einer Geschichte aus "Rise" von Mira Grant (Seanan McGuire) in den Tag. "Rise" ist eine Sammlung aller Kurzgeschichten, die die Autorin rund um ihre "Newsflesh"-Serie geschrieben hat. Nachdem ich im vergangenen Monat die ersten drei Teile der Serie gelesen hatte, wurde es Zeit mit dieser Anthologie zu beginnen. "San Diego 2014: The Last Stand of the California Browncoats" erzählt von Zombies bei der San Diego Comic Con und die Geschichte ist mit gut 100 Seiten nicht gerade kurz. ;)


Update 10:45 Uhr

Hach, Seanan McGuire kann einfach schreiben und die Vorstellung, dass es einen Zombie-Ausbruch in einer Umgebung wie der Comic Con geben könnte, ist sehr, sehr gruselig. So viele Menschen auf so engem Raum - allerdings auch diverse Personen, die mit Waffen rumlaufen, weil das zu ihren Kostümen gehört - und so viele Möglichkeiten für amüsante Momente rund um die ganzen Fan-Gruppen (ein Hoch auf die Klingonen! *g*). Das war wirklich gut! :)


So langsam wird es Zeit für mich, mich um mein Frühstück zu kümmern. Parallel dazu werde ich vermutlich erst mal zu einer etwas leichteren Lektüre greifen (und sei es nur, weil mein Mann gerade zum Wachwerden "Bares für Rares" schaut und mich damit ein bisschen vom Lesen ablenkt). Also werde ich entweder zu der Hellboy-Kurzgeschichte greifen, die mir mein Mann gerade ans Herz gelegt hat, oder zu "Heroine Worship".


Update 14:00 Uhr


Inzwischen gab es für mich Frühstück und die Hellboy-Kurzgeschichte "Produce" von Amber Benson, die mein Mann mir heute morgen ans Herz gelegt hat mit den Worten "Die beste Hellboy-Prosa, die ich je gelesen habe!" Ganz so weit würde ich nicht gehen, aber ich kann verstehen, warum sie ihm so gut gefiel und ich liebe die ungewöhnliche Erzählperspektive, die die Autorin für die Geschichte gewählt hat. Dummerweise kann ich nicht mehr dazu sagen, weil bei der Kürze der Geschichte jede Aussage zum Inhalt wirklich zuviel verraten würde.

Danach habe ich mich ein bisschen online rumgetrieben (und da das Postfach schon wieder diverse Nachrichten anzeigt, werde ich das gleich auch noch weiter machen), etwas im Haushalt rumgewuselt und die Katze gefüttert. Wenn ich die Kommentare im Postfach "abgearbeitet" habe, wird es wieder Zeit zum Buch zu greifen, und da ich mit meinen Pflichten für heute durch bin, kann ich den Rest des Tages auch dabei bleiben. (Es sei denn, ich werde von meinem Mann abgelenkt, der gerade Demonstrationsschilder für Plastik-Kultisten bastelt. *g*)


Update 17:45 Uhr

Seit dem letzte Update habe ich die Kurzgeschichte "Vampires Prefer Blondes" von P. N. Elrod (aus "Chicks Kick Butt" gelesen. Die Geschichte spielt in den 1930er Jahren in den USA und die Protagonistin ist Sängerin in einem Nachtklub - ich mochte ihre Erzählstimme sehr und die Handlung an sich war auch sehr nett, allerdings wäre die Geschichte noch besser, wenn der Teil mit den Vampiren nicht schon im Titel verraten worden wäre. Hätte man das offen gelassen, bis es in der Handlung vorkommt, hätte ich das besser gefunden. Während ich las, hat mein Mann immer wieder Aufmerksamkeit eingefordert, damit ich seine Demo-Schilder begutachte. Ich mag es, wenn mein Mann sich mit solchem Blödsinn beschäftigt. :D


Den Rest des Nachmittags habe ich mit "Fifth Quarter" von Tanya Huff verbracht. Der zweite Band der Quarters-Serie spielt in der selben Welt wie "Sing the Four Quarters", aber zu einer deutlich späteren Zeit und in einem anderen Teil der Welt. Wie schon beim ersten Buch wechselt die Autorin regelmäßig die Perspektive, so dass man als Leser eine Geschichte von verschiedenen Seiten erzählt bekommt. Etwas pikant ist dabei, dass sich durch einen Vorfall zu Beginn der Handlung zwei Geschwister einen Körper teilen müssen und der Bruder die ganze Zeit seine Schwester auffordert die Person zu verführen, die seinen Körper in Besitz genommen hat. Er argumentiert damit, dass es ja nur sein Körper ist und nicht er selbst, während diese Tatsache für seine Schwester vollkommen ausreicht, um schon Probleme mit den Gedanken an Sex zu haben. Bevor ihr jetzt denkt, es dreht sich alles nur um das Liebesleben der Protagonisten: Die Handlung - von der ich bislang ungefähr ein Drittel kenne - dreht sich um den Missbrauch von Macht, um die Folgen, die eine Art Unsterblichkeit mit sich bringen kann, um die verzweifelte Suche nach dem Grund für dem Tod von vielen Babys und viele andere Dinge. Ich mag diese Mischung aus Szenen, bei denen ich traurig oder bedrückt vor den Sätzen sitzt, und Momenten, die mich zum Schmunzeln bringen. Wenn ich richtig informiert bin, dann wird die Handlung aus "Fifth Quarter" im nächsten Teil der Serie fortgesetzt. Ich hoffe nur, dass es am Ende keinen Cliffhanger gibt, denn dann müsste ich wohl in den nächsten Tagen meinen Buchetat für August anbrechen. ;)

Bis zum Abendessen schaue ich mal, ob es Updates bei den anderen Blogs gibt ...


Update 20:00 Uhr

Uh, die Wettervorhersage eben hat mir gründlich die Laune verhagelt, nachdem ich mich in der vergangenen Wochen endlich etwas von der Hitze erholt hatte. Für die kommende Woche sind für unsere Gegend Temperaturen um die 35 Grad und Nachttemperaturen über 20 Grad angekündigt, dabei ist die Temperatur in der Wohnung erst Freitagnacht endlich auf erträgliche 26 Grad gewandert ... Nun gut, ich muss vermutlich nur noch zwei Monate überstehen, bis mir das Wetter wieder entgegenkommt.


Beim Essen habe ich heute darüber nachgedacht, dass ich wirklich selten Lust auf "Kindheitsessen" habe, aber wenn diese Lust aufkommt, dann muss ich sie auch stillen. Dieses Mal Kartoffelsalat wie meine Mutter ihn gemacht hätte (nur dass ich die Mayonnaise mit Joghurt mische, damit das Ganze nicht so pappig und verträglicher ist) und dazu den Rest vom gestrigen Fladenbrot. Außerdem haben wir eine Folge "Kids Backing Challenge" geschaut. Es ist immer wieder beeindruckend, wie diese zehn- bis dreizehnjährigen Kinder backen können und das dann auch noch unter Zeitdruck.

Aber jetzt wird es wieder Zeit zu lesen - ich bin mir nur noch nicht sicher, zu welchem Buch ich greifen soll.


Update 22:45 Uhr


Ich habe dann zu "Darkbeast Rebellion" von Morgan Keyes gegriffen.  Den ersten Band ("Darkbeast") hatte ich im Dezember vor 1 1/2 Jahren gelesen, was schon zeigt, dass der zweite Teil schon eine Weile auf meinem SuB liegt. Ich mochte den ersten Roman, aber ich wusste, ich brauche die richtige Stimmung für diese Art von Geschichte. Aktuell passt es überraschenderweise, vielleicht weil ich mich so nach dem Winter sehne und das Buch voller Schnee und Kälte ist, was ich sehr genieße. Wobei ich zugebe, dass ich ungern um mein Leben bangen würde, weil ich hungere und friere. ;) Keara ist immer noch eine sperrige Protagonistin, misstrauisch, eifersüchtig und ich würde sie ab und an gern schütteln, aber das macht sie auch zu einer überzeugenden Figur. Doch so sehr ich gerade in der Geschichte drin bin, so langsam wird es nach der kurzen Nacht Zeit für mein Bettchen.


Zum Schluss noch ein Foto von Christie, da sie gerade ausnahmsweise weder auf mir sitzt, noch durch die Gegend düst. ;) Es war wieder schön mit euch heute gemeinsam zu lesen!

***


Heutige Mitleser:

Neyasha
Kiya
Natira
Sayuri

Freitag, 14. Juli 2017

Leseeindrücke - Die "Cozy"-Variante (2)

Nachdem ich im Juni meine Eindrücke zu den ersten fünf Romanen von "Sleuthing Women - 10 First-in-Series Mysteries" veröffentlicht hatte, gibt es hier meine Anmerkungen zu den restlichen Geschichten aus dem Bundle.

6. Susan Santangelo: Retirement Can Be Murder (A Baby Boomer Mystery 1)

Was für eine öde Geschichte! Die Protagonistin Carol befürchtet, dass ihr Mann Jim vorzeitig in den Ruhestand gehen will und dann ihren Tagesablauf stören würde, weshalb sie ihn dazu bringt, zu einem "Retirement Coach" zu gehen. Dummerweise wird dieser Coach dann ermordet und ihr Mann steht (angeblich) als Hauptverdächtiger da. Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, ob er wirklich verdächtigt wird oder ob nur seine Frau befürchtet, dass dem so ist. Ich habe den Roman abgebrochen, nachdem ich neun Kapitel durchgehalten habe von dem ersten Absatz mit "ein Mord ist passiert" über "das geschah in den Wochen davor" bis "ein Mord ist passiert und mein Mann benimmt sich nicht so, wie ich das erwarte".

Als auch im zehnten Kapitel nichts anderes passierte, als dass Carol über ihren Mann meckerte und Jim Carol ständig erzählte, dass sie keine Ahnung habe, alles überdramatisieren würde und überhaupt doof sei (nicht wortwörtlich, aber es schwang in den Dialogen mit), habe ich die Nase voll gehabt. Ich hätte noch etwas mehr Geduld mit der Geschichte gehabt, wenn ich auch nur eine einzige Person sympathisch gefunden hätte oder die Autorin mir zumindest gezeigt hätte, dass Carol und Jim ein bisschen Zuneigung zueinander empfunden hätten. Aber ohne einigermaßen nette Figuren und ohne nennenswerte Handlung sehe ich nicht ein, dass ich mich durch den Rest der 230 Seiten quälen soll.


7, Mary Kennedy: Dead Air (A Talk Radio Mystery 1)

"Dead Air" fing eigentlich nett an. Die Protagonistin ist eine Psychologin, die vor einiger Zeit ihre Praxis aufgeben hat und nun eine tägliche Psychologie-Radiosendung moderiert. Die ersten Seiten fand ich unterhaltsam, die Protagonistin okay und dass sich der Mordfall um einen Selbsthilfe-Guru dreht, fand ich im Prinzip auch nicht schlecht. Dummerweise gingen mir die Protagonistin sowie ihre Mutter und der ermittelnde Polizist schon nach sehr, sehr kurzer Zeit auf die Nerven. Ein typischer Fall von "Protagonistin glaubt, dass die Polizei ihre Arbeit nicht richtig macht" kombiniert mit "Protagonistin hat keine drei Wörter mit dem Polizisten gesprochen, würde aber auf der Stelle mit ihm ins Bett gehen, weil er so gut aussieht" und dazu noch eine Prise von "Polizist denkt, dass Psychologen nur dazu da sind, um von Anwälten für Aussagen bezahlt zu werden, die der Polizei das Leben schwer machen". Da ich mir das nicht länger antun musste, ging es weiter zum nächsten Krimi!


8. R.P. Dahlke: A Dead Red Cadillac (A Dead Red Mystery 1)

Endlich mal wieder eine Geschichte, die ich mochte! Die Protagonistin Lalla ist ein zweimal geschiedenes Ex-Model, das vor einiger Zeit die "crop duster"-Firma (ich glaube nicht, dass es dafür einen deutschen Begriff gibt) des Vaters übernommen hat. Sie ist vor kurzem mit dem Flugzeug abgestürzt und hat sich dabei zum Glück nur den Fuß gebrochen. Das wäre eigentlich Aufregung genug, doch dann wird eine Bekannte von ihr ermordet in Lallas rotem Caddy aufgefunden. Um zu beweisen, dass weder sie noch diverse andere Personen mit dem Mord zu tun haben, beginnt Lalla herumzuschnüffeln.

Ich muss gestehen, dass es ein paar Aspekte an "A Dead Red Cadillac" gab, die mich bei einer anderen Autorin vermutlich gestört hätten, die ich hier aber angesichts der Protagonistin stimmig dargestellt fand. So ist Lalla besessen von ihrem anstehenden vierzigsten Geburtstag und unternimmt die eine oder andere unüberlegte Aktion, weil sie ihrem Kindheitsfreund Caleb, der der örtliche Sheriff ist, etwas beweisen will. Da diese Handlungselemente aber gut zu Lallas Persönlichkeit passen und so geschrieben wurden, dass ich sie nicht als peinlich empfand, habe ich mich bei diesem Krimi wirklich gut unterhalten gefühlt. Ich mochte die Figuren und ich mochte die Art und Weise, wie der aktuelle Mordfall mit Ereignissen aus der Vergangenheit verknüpft war. Das war wirklich nett zu lesen.


9. Heather Haven: Murder is a Family Business (An Alvarez Family Murder Mystery 1)

Diese Geschichte mochte ich nicht nur, die fand ich sogar richtig gut! Die Protagonistin Liana Alvarez ist eine Privatdetektivin, die für die familieneigene auf Computerkriminalität spezialisierte Firma arbeitet. Als ihre Mutter sie auf den vermutlich untreuen Ehemann einer Freundin ansetzt, stolpert Liana über die erste Leiche ihres Lebens und ist dementsprechend schockiert. Da sie sich fragt, ob sie diesen Tod irgendwie hätte verhindern können, lässt sie dieser Mord nicht los, und so ermittelt sie in Bereichen, die für die Polizei nicht relevant sind. Liana will weder der Polizei in die Quere kommen, noch hat sie das Gefühl, sie würde den Job besser machen als die Polizisten, sie geht nur kleinen Details nach, die auf den ersten Blick nicht viel mit dem Mord zu tun haben.

Ich mochte nicht nur die Protagonistin und ihre Familie (endlich mal eine wunderbar normale warmherzige Familie, die zwar nicht immer einfach ist, aber nicht so übertrieben oder lächerlich dargestellt wurde), sondern auch den Ton, in dem die Geschichte erzählt wurde. Und obwohl für den Leser sowohl das "Geheimnis" des Ermordeten als auch der Täter selber recht offensichtlich waren, gab es genügend weitere Elemente, die für Spannung gesorgt haben, so dass ich diese unübersehbaren Hinweise auf die Auflösung locker verzeihen konnte. Ich habe mich mit dieser Geschichte so gut unterhalten gefühlt, dass ich direkt nach dem Beenden von "Murder is a Family Business" gleich den folgenden Teil der Serie gekauft habe.


10. Vinnie Hansen: Murder, Honey (A Carol Sabala Mystery 1)

Es gab eine Menge Dinge, die ich an dieser Geschichte nicht mochte, obwohl sie nicht richtig schlecht war. Aber es gefiel mir nicht, wie die Protagonistin Carol mit anderen Menschen umging, und ich fand die Darstellung einer Restaurantküche nicht besonders glaubwürdig, was ein Problem war, da der größte Teil der Handlung dort spielte. Dann hat mich auch noch die Handlung selbst einfach gleichgültig gelassen, so dass ich am Ende nur noch quer gelesen habe, um herauszufinden, wer den Chefkoch umgebracht hat. Das war definitiv nicht meine Art von Krimi ...